Auf Augenhöhe - Opfer und Täter im Gespräch (OTG)

 

Über 6 Millionen Straftaten werden jedes Jahr in Deutschland begangen. Weibliche und männliche Opfer leiden oft lange Zeit oder sogar ihr Leben lang unter den Folgen der Tat. Opfer erfahren kaum Hilfe und Straftaten werden im Kern nach wie vor als Angelegenheit zwischen dem Täter/der Täterin und dem Staat betrachtet und gehandhabt.

In dem Projekt „Opfer und Täter im Gespräch (OTG)“ arbeitet der Verein Konfliktschlichtung in enger Kooperation mit opferunterstützenden Einrichtungen und der JVA Oldenburg und bietet den Opfern folgende Möglichkeiten:

  • Ÿ  Ihre Wut, Ihre Emotionen loswerden und Täter mit den Folgen einer Straftat zu konfrontieren.

  • Ÿ  zu erfahren was in einem Täter vorgeht, warum er so etwas tun kann.

  • Ÿ  zu erfahren wie andere Betroffene mit den Folgen einer Straftat umgehen

  • Ÿ  Das Geschehene aufzuarbeiten und ihren Heilungsprozess zu unterstützen

Das Konzept sieht vor, dass zuerst in mehreren Gruppensitzungen von Opfern und Tätern getrennt voneinander ein Austausch stattfindet. Dabei können die Opfer die Auswirkungen der Straftaten aufzeigen, ihre Leidensgeschichte erzählen und sich auf die folgenden Begegnungen mit den Tätern inhaltlich und emotional vorbereiten. Die Täter werden parallel in Gruppensitzungen mit der Opferperspektive konfrontiert und auf die Teilnahme an den gemeinsamen Gruppengesprächen vorbereitet. Voraussetzung für die Teilnahme ist es, dass die Täter bereit sind Verantwortung für vergangenes und zukünftiges Handeln zu übernehmen, und sich mit den Folgen für die Geschädigten auseinanderzusetzen und ihr Verhalten zu ändern. Nach den getrennt voneinander stattfindenden Gruppengesprächen kommt es zu gemeinsamen Gesprächsrunden zwischen Opfern von Straftaten und Häftlingen aus der JVA Oldenburg. Es handelt sich um voneinander unabhängige Personen und Taten.